Grundlagen

Ausreichendes Löschwasser ist die Grundvoraussetzung jedes Löscheinsatzes. Die FwDV 1 (Kap. 6) beschreibt detailliert den Aufbau der Wasserentnahme – von der Saugleitung bis zum Hydrantenstandrohr. Der Wassertrupp ist in der Gruppe primär für die Wasserversorgung zuständig.

Auslegen der Saugleitung (FwDV 1, Kap. 6.1)

Saugschläuche sollten aus Gründen der Unfallverhütung möglichst senkrecht getragen werden. Das Kuppeln der Saugleitung beginnt am Saugkorb. Ein Trupp kuppelt, der andere Trupp unterstützt. Werden weniger als drei Saugschläuche benötigt, richtet der Wassertrupp die Wasserentnahme alleine her.

  • Kuppeln beginnt am Saugkorb (nicht an der Pumpe!)
  • B-Schläuche beim Kuppeln zwischen den Beinen festhalten
  • Zusammenkuppeln im Uhrzeigersinn; Nachziehen mit Kupplungsschlüssel
  • Saugkorb mit Saugschutzkorb: verhindert Verstopfen
  • Halteleine: Zimmermannsschlag am Saugkorb, Halbschläge an jedem Saugschlauch

Nach dem Kuppeln von zwei Saugschläuchen treten alle Feuerwehrangehörigen in Blickrichtung zur Pumpe nach rechts neben die Leitung, gehen vorwärts zur neuen Position und führen den nächsten Kupplungsvorgang durch.

Entnahme aus Schacht-Hydranten (FwDV 1, Kap. 6.5)

Standrohrkörper auf den Hydranten aufsetzen und festdrehen. Hydrant zur Reinigung kurz spülen. Druckabgang öffnen zur Entlüftung. Standrohr anschließen und Absperrung öffnen.

Merke: Vor dem Aufsetzen des Standrohrs muss der Hydrant zur Reinigung gründlich gespült werden. Schmutzpartikel aus dem Netz würden Pumpe und Armaturen beschädigen.

Entnahme aus Überflur-Hydranten (FwDV 1, Kap. 6.5)

Durch Linksdrehen des Dreikants wird die Sperre des Fallmantels gelöst. Das Ventil wird durch Linksdrehen des Haubendeckels geöffnet (bis Anschlag, dann halbe Umdrehung zurück). Vor dem Öffnen freien Druckabgang öffnen zum Spülen.

Entnahme aus offenen Gewässern (FwDV 1, Kap. 6.1–6.4)

  • Saugleitungsgefälle einhalten – kein Abknicken
  • Saugkorb mind. 20 cm unter Wasseroberfläche, mind. 30 cm über Gewässerboden
  • Maximale Ansaugtiefe: ca. 7–8 m (höhenabhängig von Pumpentyp)
  • Halteleine sichern – bei fließendem Gewässer besonders wichtig
  • Saugleitung nach Einsatz vollständig entwässern

Tauchmotorpumpe (FwDV 1, Kap. 11)

Die Tauchmotorpumpe wird direkt ins Gewässer eingetaucht und fördert Wasser elektrisch. Einsatz bei geringen Wasserständen oder schwer zugänglichen Wasserentnahmen.

  • Nur an geeigneten Stromquellen betreiben
  • Nie trockenlaufen lassen – Motorschaden
  • Ansaugbereich von Schmutz freihalten

Rechtsgrundlagen

  • FwDV 1, Kap. 6 – Wasserentnahme, Seiten 41–52
  • DIN 3221/3222 – Unterflur-/Überflurhydranten
  • UVV Feuerwehren (GUV-V C53)

Häufige Fehler

  • Kuppeln der Saugleitung beginnt an der Pumpe statt am Saugkorb
  • Hydrant nicht gespült – Partikel beschädigen Pumpe
  • Saugleitung knickt ab – kein Wasser
  • Saugkorb zu nah am Gewässerboden – Sediment angesaugt

Quellenangaben

Datei: FwDV 1, Stand: September 2006

Kapitel 6 (Wasserentnahme), Seiten 41–52; Kapitel 11 (Tauchmotorpumpe)

Teilweise ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte und Fachwissen.