Grundlagen
Eine gesicherte Löschwasserversorgung ist Grundvoraussetzung jedes Löscheinsatzes. Ob aus dem städtischen Hydrantennetz, aus offenem Gewässer oder über lange Förderstrecken – die Feuerwehr muss in der Lage sein, ausreichend Löschwasser zur Einsatzstelle zu bringen und die Versorgung dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die FwDV 1 (Kap. 6) beschreibt Wasserentnahme und Saugleitungsaufbau detailliert. FwDV 3 regelt, wie Wasserversorgung und Löschangriff in der Gruppe koordiniert werden.
Schachthydrant (Unterflurhydrant)
Häufigste Entnahmestelle im städtischen Bereich. Der Hydrant ist im Erdreich versenkt und durch einen Hydrantenschlüssel zu öffnen. Laut FwDV 1: Vor dem Aufsetzen des Standrohrs muss der Hydrant zur Reinigung gründlich gespült werden. Für Belüftung und Entwässerung ist ein freier Druckabgang zu öffnen. Überflurhydrant Sichtbar über dem Boden, häufig in Industriegebieten und an Bundesstraßen. Öffnung mit Überflurhydrantenschlüssel. Nach FwDV 1: Durch Linksdrehen des Dreikants wird die Sperre des Fallmantels gelöst. Das Ventil wird durch Linksdrehen des Haubendeckels (bis Anschlag, dann halbe Umdrehung zurück) geöffnet – dabei vorher freien Druckabgang spülen.
Wasserentnahme aus offenem Gewässer (Saugbetrieb)
Wenn kein Hydrantennetz vorhanden oder die Leistung unzureichend ist, erfolgt die Entnahme per Saugschlauch aus Flüssen, Seen, Löschwasserbehältern oder -becken.
- Saugleitung: Saugschläuche werden vom Saugkorb aus gekuppelt (Beginn am Saugkorb!)
- Saugkorb mit Saugschutzkorb: verhindert Verstopfen durch Laub, Äste, Tiere
- Halteleine: Zimmermannsschlag am Saugkorb, an jedem Saugschlauch Halbschlag – Festpunkt
- Saugleitung darf nicht abknicken – Einbruch der Wasserlieferung
- Ansaugtiefe maximal 7–8 m (abhängig von Pumpentyp)
- Nach Nutzung: Saugleitung vollständig entleeren
Schlauchbrücken und Verkehrssicherung
Beim Überqueren von Straßen mit Schlauchleitungen: Mindestens zwei, besser drei Schlauchbrücken pro Fahrbahnseite, so dass Fahrzeuge verschiedener Spurbreite die Leitung überfahren können. Auf Verkehrssicherung ist besonders zu achten. Langstreckenwasserversorgung [Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] Bei großen Einsätzen (Waldbrand, Industrieanlage) oder fehlendem Hydrantennetz wird Löschwasser über Schlauchwagen über mehrere Kilometer gefördert. Grundsätze:
- Förderstrecken über 1.000 m benötigen Zwischenpumpen (Pendelverkehr oder B-Druckleitung)
- Schlauchwagen (SW 1000, SW 2000) legen große Schlauchlängen schnell aus
- Druckverlustberechnung: ca. 1 bar pro 100 m B-Schlauch bei 800 l/min
Rechtsgrundlagen
- FwDV 1 – Grundtätigkeiten Lösch- und Hilfeleistungseinsatz, Kap. 4 und 6
- FwDV 3 – Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz (Wasserversorgung im Einsatzablauf)
- DIN 3221 / DIN 3222 – Unterflur-/Überflurhydranten
Häufige Fehler
- Saugkorb nicht bis auf Gewässergrund absenken – Lufteinbruch
- Hydrant nicht gespült – Schmutzpartikel in Pumpe
- Schlauchleitung auf der Fahrbahn ohne Schlauchbrücke
- Saugleitungsgefälle nicht beachtet – Kavitation in der Pumpe
Quellenangaben
Datei: FwDV 1, Stand: September 2006
Kap. 4.6–4.9 (Druckschläuche), Kap. 6 (Wasserentnahme), Kap. 6.5 (Hydranten)
Datei: FwDV 3 – Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz, Stand: Februar 2008
Teilweise ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte und Fachwissen (Langstrecke, Druckverlust).