Grundlagen

[Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) erzeugen bei Lichteinfall Gleichstrom – auch bei Bewölkung, auch bei Feuerwehreinsätzen. Im Gegensatz zu anderen elektrischen Anlagen kann eine PV-Anlage nicht einfach abgeschaltet werden, solange Licht auf die Module trifft. Das stellt Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. PV-Anlagen sind auf Dächern, Fassaden, als Freiflächenanlagen und zunehmend auch auf Fahrzeugen anzutreffen. Ihre Spannung liegt typischerweise zwischen 200 und 1.000 Volt DC – im Bereich klassischer Hochvoltgefährdung.

Merke: Eine PV-Anlage ist IMMER unter Spannung, solange Licht auf die Module fällt. Auch nach Abschalten des Wechselrichters bleiben die DC-Leitungen von Modul zu Wechselrichter unter Spannung! Gefährdungen
  • DC-Leitungen von Modul zum Wechselrichter: immer unter Spannung bei Licht
  • Lichtbogengefahr: DC-Lichtbögen sind schwerer zu löschen als AC
  • Beschädigte Module: Erhöhte Leckströmung, unkontrollierte Spannungsverteilung
  • Löschmittelgefahr: Leitfähige Löschmittel (Wasser, Schaum) gefährden Einsatzkräfte
  • Versteckte Leitungen: Kabelwege in Dachstuhl nicht immer sichtbar

Sicherheitsgrundsätze

  • Wechselrichter ausschalten (wenn zugänglich und sicher erreichbar) – reduziert AC-Seite
  • DC-Seite bleibt aktiv – Abstand zu Modulen und DC-Leitungen halten
  • Wassereinsatz auf PV-Module: mind. 1 m Abstand zum Modul (Volllstrahl); 5 m bei Sprühstrahl
  • Niemals auf beschädigte Module treten – Stromschlaggefahr durch Glasbruch
  • PV-Modul abdecken (Plane, Löschdecke) um Stromproduktion zu reduzieren
  • Nachtbrand: Nachts sind Module spannungsfrei – Vorsicht bei Speichersystemen!
Achtung: Löschmittelabstand zu spannungsführenden PV-Leitungen: Volllstrahl mind. 1 m, Sprühstrahl mind. 5 m (laut DIN VDE 0132). Bei Restspannung niemals mit leitfähigem Mittel direkt auf Anlage spritzen. Batteriespeichersysteme [Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] Moderne PV-Anlagen werden oft mit

Lithium-Ionen-Speichern kombiniert. Diese können:

  • Auch nachts unter Spannung stehen
  • Bei Brand Thermal Runaway entwickeln (unkontrollierbar)
  • Giftige Gase freisetzen (HF, CO bei Brand)
  • Im Dachgeschoss oder Keller integriert sein – schwer erreichbar

Rechtsgrundlagen

  • DIN VDE 0132 – Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen
  • UVV Feuerwehren (GUV-V C53)
  • DGUV Information 205-026 – Brandbekämpfung an PV-Anlagen

Häufige Fehler

  • Wechselrichterausschalten verwechselt mit DC-Abschaltung
  • Zu geringer Sicherheitsabstand beim Wasserauftrag
  • Dacharbeiten auf PV-Modulen ohne isoliertes Schuhwerk
  • Batteriespeicher nicht erkundet – überraschende Spannungsquelle im Keller

Quellenangaben

Dazu befinden sich keine eindeutigen Informationen in den bereitgestellten FwDV-Unterlagen.

Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte und Fachwissen (PV-Sicherheit, DIN VDE 0132,

Batteriespeicher).